Zero Waste – Liebe auf den ersten Blick

Es hat mich wie ein Blitz getroffen, als ich kürzlich über ein Interview auf Deutschlandfunk Nova mit Olga und Gregor Witt gehört habe (hier ist der Podcast dazu). Die beiden betreiben einen verpackungsfreien Supermarkt in Köln und sprechen über ihren Lebensstil ohne Wegwerf-Artikel und Verschwendung.

Vieles von dem, was sie erzählen, passt ohnehin schon zu meiner Art zu leben. Ich kaufe Kleidung und Möbel überwiegend Second Hand, verkaufe oder verschenke Dinge weiter, die wir nicht benutzen, habe schon mal mit Haarseife experimentiert usw. Vieles aber habe ich völlig unreflektiert konsumiert. Im Nachhinein bin ich erschrocken über die Menge an Wegwerfartikeln in unserem Haushalt: Küchenrolle, Papiertaschentücher und -servietten, Wattepads, Tampons.

Olga Witt zeigt in ihrem Buch „Ein Leben ohne Müll“ für alles Alternativen auf. Eigentlich braucht es dafür kein Buch. Mit ein wenig Hirnschmalz kommt man eigentlich automatisch darauf, dass es ökologisch sinnvoller ist, Stofftaschentücher zu benutzen und zu waschen, statt Papiertaschentücher wegzuwerfen. Aber es war ein guter Anstoß, um all das mal in Frage zu stellen, was in unserer Wegwerfgesellschaft so selbstverständlich ist.

Einwegprodukte zu ersetzen ist relativ einfach. Sehr viel schwieriger ist es, Verpackungsmüll zu reduzieren. Vor allem, wenn man keinen verpackungsfreien Supermarkt in der Nähe hat.

Aber selbst wenn wir nur eine Tüte Müll pro Woche weniger produzieren, ist das schon ein Erfolg. Und ich gehe davon aus, dass wir besser werden mit der Zeit. Jetzt geht es erst einmal darum, die ersten Schritte umzusetzen:

  • Papiertaschentücher durch Stofftaschentücher ersetzen (ein paar hätte ich schon, weitere nähe ich aus alter Kleidung)
  • Küchenrolle durch Stofflappen ersetzen
  • Schwammtücher und Schwämme aus Kunststoff durch kleingeschnittene Handtücher und eine Holzbürste mit Wechselkopf ersetzen
  • Milch, Joghurt und Saft nur noch in Pfandflaschen aus Glas kaufen
  • Obst und Gemüse unverpackt kaufen
  • Süßigkeiten selber machen
  • Beim Bäcker keine Tüte nehmen, sondern Stoffbeutel mitnehmen

Und vor allem:

  • Mir bewusst machen, dass ich nichts kaufen muss, weil ich sooo viel Zeug daheim habe, das ich erst einmal aufbrauchen kann, um mir dann zu überlegen, wie ich es nachhaltig ersetzen.

Das habe ich bereits die vergangenen Wochen getan und es war ungemein befreiend und geldsparend. Dieses: “ brauche ich nicht noch was vom dm?“, „Muss ich nicht noch schnell in den Supermarkt?“, „Ui, da ist reduziert“ fällt weg. Ich freue mich schon darauf, alle Packungen im Bad, in der Küche usw. leer zu machen und plötzlich so viel Platz zu haben und bin gespannt, wie es weitergeht!

Kommentare sind geschlossen.

Bloggen bei WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: