Sieben Wochen ohne… Plastik!?

Seit mehr als 20 Jahren ist es mein alljährliches Ritual, das am Aschermittwoch beginnt und Ostersonntag endet: Fasten. Ich habe schon auf diverse Sachen verzichtet: Alkohol, Süßigkeiten, Kaffee, Fleisch oder auch Weißmehl. Tageweise sogar komplett aufs Essen. Jedes Jahr schaue ich der mir gestellten Aufgabe mit einer Mischung aus Furcht und Freude entgegen. Furcht, weil niemand gerne seine Komfortzone verlässt, weil die ersten Tage ohne Schokolade nach der Faschingskrapfenfülle, ohne Alkohol an geselligen Abenden, ohne Kaffee statt des leckeren Guten-Morgen-Cappuccinos, anstrengend sind. Freude, weil mit dem Aschermittwoch eine Aufbruchsstimmung einsetzt, weil es die Möglichkeit gibt, zumindest ein bisschen aus Gewohnheiten auszubrechen. Und weil ich gelernt habe, dass sich nach den ersten mühsamen Tagen, die oft auch mit Rückschlägen gespickt sind, irgendwann eine Leichtigkeit einstellt. Sogar sowas wie ein Hoch.

In diesem Jahr ist die Aufgabe eine völlig neue: Ich faste Plastik. Der Gedanke hat sich langsam und leise eingeschlichen, fing vor zwei Jahren im Mexikourlaub in Anbetracht des vielen Plastikmülls im Meer an, wurde durch Artikel und Aktionen genährt, von denen ich erfuhr. Und dann war der Entschluss irgendwann da. Den letzten Anstupser hat dann Franziska mit diesem Blog und ihrem Vorhaben, das dahinter steckt, gegeben.

Zugegeben, ihren Schritt traue ich mir im Moment noch nicht zu. Also fange ich klein an: Kein Plastik beim Lebensmitteleinkauf, lautet die Devise. Und bei anderen Dingen (z.B. Seife) schauen, wo wir erste Schritte gehen können. Glücklicherweise zieht mein Mann, der einen nicht unerheblichen Teil unseres Einkaufs erledigt, mit.

Die Spielregeln sind klar:

Bequemlichkeit und Faulheit sind keine Ausrede, schlechtes Wetter auch nicht. Heißt: Wenn es irgendwo zwar unsere Milch in Pfandflaschen gibt, das Obst aber nur in Plastik verschweißt rumliegt, bleibt das frische Zeug liegen und wir suchen eben unseren Gemüsehändler auf, bei dem wir alles lose in den Jutebeutel bekommen.

Anderer Müll wie Alu, Blech, Papier, Einwegglas etc. wird nach Möglichkeit vermieden – wobei wir im Laufe der kommenden Wochen wohl noch herausfinden müssen, wofür es realistische und pragmatische Alternativen gibt. Alternativen, die bezahlbar sind und auch vom Aufwand vertretbar.

Im Gegenzug dafür, dass mein Mann, meine Fastenidee mitträgt, darf er hin und wieder mal eine Tüte Chips oder seine Lieblingsschokolade kaufen. Ich selbst denke darüber nach, zusätzlich in diesem Jahr auch Süßigkeiten zu fasten. Einfach, um kein Plastikmüll zu machen.

In den kommenden sieben Wochen werde ich hier berichten, wie es läuft. Von den Rückschlägen, aber auch von den Erfolgen. Von den kleinen Fastenhochs, wenn wir widerstanden haben. Von neuen Gewohnheiten, die sich einschleichen. Und vor allem von der Leichtigkeit, die sich bemerkbar macht, wenn man Verzicht übt. Denn nach dem ersten Gefühl der Anstrengung und des Unmuts, wenn man sich etwas versagt, stellt sich hinterher immer Stolz ein. Und das gute Gefühl, etwas getan, etwas selbst in die Hand genommen zu haben. Packen wir es also an und nicht mehr aus. Würde mich freuen, wenn Ihr dabei seid.

2 Kommentare zu „Sieben Wochen ohne… Plastik!?

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  1. Hallo Lena,
    Prima Idee!
    Ja, der Plastikmüll ist auch mir seit langem ein Dorn im Auge. Ich bin gespannt, was ich aus dem Blog für mich in dieser Dir spannenden nächsten 7 Wochen ohne…lernen kann.
    Viel Kraft und Ausdauer wünscht Dir mit Lieben Grüßen
    Christa

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