Sieben Wochen ohne Plastik – der erste Einkauf

Heute Morgen habe ich mit diversen Jutebeuteln, Glasbehältern und Tupperschalen das Haus verlassen – wusste ich doch, dass am Nachmittag der erste richtige Einkauf ohne Plastik ansteht. Gleich mal vorweg: Das Ergebnis war nicht perfekt, aber immerhin zufriedenstellend.

Zuerst ging es zu unserem Lieblingsmetzger Herrmannsdorfer, von dem ich bereits aufgrund eines Zettels an seiner Wursttheke wusste, dass er bereit ist, alle Sachen unverpackt in selbst mitgebrachte Behälter zu füllen. Dementsprechend gering war das Erstaunen und der gelassene Umgang dort mit meinem Wunsch. Käse und Schinken und danach auch der Käse wanderten ohne Verpackung in meine Schalen – allerdings ging es nicht ohne eine dünne Plastikschicht, die sozusagen als Unterlage unter der Waage diente. Das nächste Mal muss ich da nachhaken, ob und wie das auch ohne geht.

Am faszinierendsten war der Kauf der offenen Oliven dort. Zu diesem Zweck hatte ich eigens ein besonders dicht schließendes Glasschälchen mitgebracht. Ich musste dieses Schälchen auf eine Art Tablett stellen und so wurde die Waage dann auf Null geeicht. Dann kamen die Oliven ins Schälchen und hinterher musste ich selbst das Schälchen wieder von dem Tablett runterheben. Offenbar dürfen die Mitarbeiter meine Sachen aus Hygienegründen nicht anfassen. Ich hatte sowas schon im Vorfeld gelesen und war vorbereitet. Umso angenehmer fand ich es, dass die Verkäuferin völlig selbstverständlich damit umgegangen ist.

Eine Kundin neben mir hat die ganze Sache beobachtet und mir beim Bezahlen gesagt, wie gut sie es findet, dass ich meine eigenen Schalen mitbringe. Wer weiß, vielleicht macht sie es ja beim nächsten Mal auch.

Anschließend ging es zu unserem Obst- und Gemüsehändler. Ich dachte, das wird easy, schließlich haben wir dort auch früher unsere Sachen immer in den Jutebeutel rein gekauft und ich wusste, dass die meisten Sachen dort in Papier verpackt werden. Wohlgemerkt: die meisten Sachen. Ich musste aufpassen wie verrückt, dass feuchte Sachen wie der Salat und ein Bund Petersilie nicht in Plastiktütchen verschwanden. Und als ich einen Moment unaufmerksam war, landete der Rucola in genau so einem. Habe ich leider erst daheim gemerkt. Daraus lerne ich: Von Anfang mitteilen, dass man kein Plastik haben will und lieber einen nassen Jutebeutel in Kauf nimmt, ist wohl sinnvoll.

Eigentlich wollte ich auch noch zum Fischhändler, aber weil alle meine Schalen bereits besetzt waren, habe ich es gelassen. Das war eine interessante Beobachtung: Ich kaufe weniger und bewusster, wenn ich auf Plastik verzichte.

Zuhause beim Abendessen hat mein Mann über eine ähnliche Erfahrung berichtet. Er war für den Einkauf im Supermarkt zuständig (Lasagneblätter, Milch und ähnliches) und hat sich diverse Lustkäufe fürs Wochenende verkniffen. Nur eine in Pappe eingepackte Schokolade („mit innen einem klitzekleinen bisschen Alufolie“) hat er sich genehmigt. Sie sei ihm gegönnt, denn für den Anfang haben wir uns ganz wacker geschlagen, finde ich.

Das Gefühl, dass alles so gut geklappt hat, war jedenfalls ein ziemlich gutes. Zudem sind wir plötzlich hochsensibel dafür, was alles unnötig verpackt ist. Ein erster Anfang ist gemacht. Es wird spannend zu sehen sein, wie es weitergeht.

Bei der Gelegenheit: Danke schon jetzt für alle Tipps und Ratschläge, die mich bereits erreicht haben. Ich werde einiges davon mir anschauen und verfolgen und ausprobieren und dann hier berichten.

Ein Kommentar zu „Sieben Wochen ohne Plastik – der erste Einkauf

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  1. Ich finde es wirklich bemerkenswert vollkommen auf Plastik etc zu verzichten. Ich versuch auch so wenig wie möglich zu verbrauchen aber leider ist das echt nicht immer so einfach da wenn man darauf wirklich achtet man überall nur überflüssige Verpackungen vorfindet..
    Aber ein wirklich toller Beitrag! ❤️
    Alles Liebe
    Laura

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