Fast Fashion vs. Slow Fashion vs. Fair Fashion

Früher war nicht alles besser. Aber vieles einfacher. Es gab zwei Saisons pro Jahr, dazwischen den Schlussverkauf, um Platz für die neue Kollektion zu schaffen. Heute ist das anders: Die Fast-Fashion-Ketten führen nicht mehr bloß eine Sommer- und eine Winterkollektion. Sie haben den Turnus dramatisch erhöht, teilweise locken sie jede Woche mit neuen Angeboten. Die Trends werden von ihnen dabei oft mit einer eigenen Rubrik beworben: „New in“.

Unterstützt wird diese Schnelllebigkeit von sogenannten Influencern, die über Plattformen wie Instagram oder Youtube das Tempo hochhalten. Im selben Outfit sieht man die praktisch nie.

Dabei ist nicht alles schlecht, was den Stempel „Fast Fashion“ trägt. Denn auch bei H&M, Zara und Co. findet ein Umdenken statt. Zwar ist das Sortiment an nachhaltiger Kleidung in den Geschäften vergleichsweise klein, doch wer sich die Mühe macht, wird dort fündig. Gerade für Basics können die „Conscious Collection“ oder „Join Life Collection“ eine günstige Anlaufstelle sein.

Die Sache hat nur einen Haken: Qualität hat ihren Preis. Wer hochwertige Kleidung sucht, die ökologisch und fair produziert wurde, muss nach Alternativen zu den Fast-Fashion-Ketten suchen.

Das geht in meinen Augen übrigens voll in Ordnung. Die Baumwolle muss schließlich angebaut und bewässert, Garne gesponnen und Stoffe eingefärbt werden. Das kostet Zeit und Zeit ist Geld. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, dem kann ich die Dokumentation „The True Cost“ empfehlen, die unter anderem auf Netflix verfügbar ist. Danach möchte man erst mal gar nichts mehr kaufen.

Eine ebenfalls preiswerte Alternative sind Secondhand-Geschäfte. Davon gibt es in jeder größeren Stadt mehrere. Man kann aber auch auf Flohmärkten Glück haben. Oder man tauscht mit seinen Freundinnen das ein oder andere Teil. Wer lieber online einkauft, kann dafür Apps wie Kleiderkreisel oder Vestiaire Collective nutzen. Das Angebot dort ist quasi unendlich – und die Preise unschlagbar.

Die Auswahl an ökologischen Marken ist inzwischen ziemlich groß. Sie reicht von Designern wie Stella McCartney, die beispielsweise auf tierische Materialien komplett verzichtet, Contemporary Brands wie Acne bis zu kleinen unabhängigen Labels wie Hund Hund oder Denimmarken wie Nudie Jeans und G Star Raw. Für alles gibt es grüne Alternativen.

Um eine nachhaltige Garderobe aufzubauen, kann es sich außerdem lohnen, auf etwas Bestimmtes zu sparen, zum Beispiel einen klassischen Mantel, der viele Winter hält oder auf gute Schuhe. Aus einem ganz einfachen Grund: Die Langlebigkeit von Materialien sticht die Marke. Denn wer wenige, dafür aber qualitativ hochwertige Produkte kauft, hinterlässt einen kleineren Fußabdruck als jemand, der regelmäßig shoppen geht – selbst wenn ausschließlich Ökomode im Warenkorb landet.

Ein Basic für einen nachhaltigen Kleiderschrank bleibt die Pflege. Wir haben vergessen, das, was wir besitzen, wertzuschätzen. Wenn wir uns bewusst machen, wie viel Arbeit und Liebe in unserer Kleidung steckt, kaufen wir automatisch weniger.

Bild: Pexels

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