Warum Müllvermeidung Spaß macht und gleichzeitig frustriert

Es ist großartig zu sehen, dass sich etwas ändert, allein weil ich Freunden, Verwandten und Kollegen davon erzähle, was wir machen.

Die eine kauft Milch nicht mehr im Tetrapack, die andere nimmt einen Stoffbeutel mit zum Bäcker, Lena kauft keine Lebensmittel mehr ein, die in Plastik verpackt sind usw.

Ich sage niemandem, was richtig oder falsch ist. Aber schon indem ich erzähle, was ich in Frage stelle, stellen andere auch Dinge in Frage.

Diese Dinge machen besonders Spaß:

  • Die eigene Komfortzone verlassen und sich Dinge trauen. Denn ja, es kostet Überwindung, an der Theke zu fragen, ob man den Käse direkt in die eigene Dose bekommt. Zumindest mich. Aber wenn ich es gemacht habe, bin ich mit Leuten und Gespräch gekommen und habe manchmal, nicht immer, eine Tüte Verpackungsmüll gespart.
  • Alternativen suchen. Es ist fast wie ein Spiel. Dass tatsächlich Menschen und Tiere an den Folgen unseres Konsums und unsere Umweltverschmutzung zugrunde gehen, trübt das Spiel. Aber die Herausforderung, Alternativen zu finden kann trotzdem Spaß machen. Ich bin noch auf Level eins, meine „Endgegner“ heißen Spülmittel, Hülsenfrüchte oder Taschentücher. Aber es gibt Level, die ich mir nicht zutraue (mit „Endgegnern“ wie Klopapier…). Inzwischen wird bei mir im Gehirn – glaube ich – das Belohnungssystem aktiviert, wenn ich es schaffe, müllfreie Alternativen zu erschließen. Toastbrot-Ersatz beim Bäcker mit Stoffbeutel gekauft: Belohnungs-Hormon ausgeschüttet. Mozzarella ins eigene Glas abfüllen lassen: Belohnungs-Hormon ausgeschüttet.
  • Kontakt. Müllvermeidung bringt mich ins Gespräch mit anderen Leuten. Entweder, weil wir uns erzählen, wie wir welche Aufgaben gelöst haben. Oder weil sie das alles etwas schräg finden.
  • Abgesehen davon wird es daheim einfach hübscher, wenn die Plastikverpackungen verschwinden.

Frustrierend ist aber, wenn ich mir bewusst mache, was für ein Fliegenschiß meine Bemühungen sind im Vergleich zu riesigen Müllbergen, auf die ich keinen Einfluss habe.

Z.B. hat mir eine Freundin erzählt, dass es im Fußballstadion der FC Augsburg keine Pfand- gibt, sondern nur Einweg-Becher. In das Stadion passen 20.000 Leute!

Auch im Signal-Iduna-Park, dem Stadion des BVB, gibt es noch Einweg-Becher. Über 1,5 Millionen Einwegbecher sollen pro Jahr weggeworfen werden. Inzwischen gibt es auch eine Online-Petition für die Einführung von Mehrwegbechern.

Tonnenweise wird Plastik bei produziert, tonnenweise nicht recycelt, selbst im Leitungswasser findet sich Mikroplastik. Man kommt ihm nicht mehr aus.

Im Supermarkt werden Lebensmittel immer mehr „snackable“, also kleinere Portionen in mehr Verpackung.

Das alles kann frustrieren. Da kann ich mir noch so oft sagen, dass jeder kleine Schritt zählt.

Außerdem kann ich nicht mehr unbeschwert konsumieren. Das ist nicht wirklich ein Verlust. Ich merke aber, dass ich mir viel mehr Gedanken darüber mache, was ich wo kaufe und nicht mehr ohne weiteres in einen Laden spazieren kann.

Wie geht es euch dabei? Ich freue mich über Kommentare, hier, auf Facebook, Twitter oder Instagram. Und: Teilen macht glücklich!

Foto: Brook Cagle, auf Unsplash

2 Kommentare zu „Warum Müllvermeidung Spaß macht und gleichzeitig frustriert

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  1. Ja, wenn mal im eigenen Haushalt schaut, wieviel Plastik so anfällt…irre! Ich bin noch ganz am Anfang, aber der Gedanke ist in meinem Kopf: „Plastik vermeiden“!, was einem nicht leicht gemacht wird! Alles braucht seine Zeit! Wie die Plastiktüte, die ist fast vergessen und jeder geht mit dem eigenen Stoffbeutel einkaufen….geht doch!Wenn jeder nur ein bisschen in die richtige Richtung denkt…das wäre nicht nur ein Fliegenschiß!

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