Sieben Wochen ohne Plastik – der Zwischenstand

Die Halbzeit ist längst vorbei, in etwas mehr als zwei Wochen ist Ostern. Zeit, mal eine Bilanz zu ziehen, wie es bisher lief. Ein paar Dinge haben sich total unkompliziert eingespielt, bei ein paar Sachen stoßen wir immer wieder an unsere Grenzen. Und geändert hat sich dann doch einiges.

Die positiven Sachen zuerst: Bäcker, Gemüsehändler, Metzger, Käseladen und sogar der Fischladen um die Ecke machen bei der Verpackungsfreiheit einigermaßen mit. Zwar lerne ich immer wieder die Grenzen der deutschen Hygienevorschriften kennen und muss dann manchmal die eine oder andere dünne Plastikfolie doch hinnehmen. Aber eigentlich geht es gut. Unsere Haferflocken lasse ich mir direkt in meinen Behälter hineinschütten. Und zwar im netten Haidhauser Lädchen „Plastikfreie Zone“. Dort habe ich auch schön Nüsse und Gummibärchen lose gekauft. Und Seife – die ich aber zugegebenermaßen bisher nur verschenkt habe. Spannend wird es demnächst, wenn das erste Mal unser Kaffee zur Neige geht. Mal sehen, ob der kleine Kaffeeladen, den ich hierzu bereits im Blick habe, bei meiner Sparaktion mitmacht.

Aber dann schummeln wir doch immer wieder mal. Als alle Familienmitglieder der Reihe nach mir Magen-Darm-Grippe im Bett lagen und Salzstangen das einzige waren, was essbar war. Schon mal Salzstangen nicht in Plastik gesehen? Ich nicht… Oder auch immer wieder die Schokoladengelüste am Abend. Auch wenn die Schokolade in Papier verpackt ist, ist mir bewusst, dass das wiederum beschichtet und sicherlich mit Farben auf Erdölbasis bedruckt ist. Und dann gibt es noch diese Alufolie innen drinnen. Oder als ich neulich den Balkon frühlingshaft bepflanzt und die Blumen aus den Plastiktöpfen rausgezogen habe. Lauter so Kleinigkeiten.

Dafür hat sich in unserer Wahrnehmung und auch in unserer Routine ganz viel verändert. Mein Mann nimmt zum Einkaufen immer den alten Eierkarton mit und kauft nur lose Eier. Semmeln liegen nur noch im Jutebeutel und bleiben mit dem inzwischen x-mal gebrauchten Brotpapier immer noch frisch. Wir diskutieren abends über Mikroplastik und welche Fischsorten wir mit guten Gewissen essen und kaufen wollen. Und uns fällt plötzlich auf, dass das Thema auf Schritt und Tritt gerade wirklich überall zu finden ist. Sogar neulich im Zoo. Vor dem Robben-Gehege stand eine Schautafel, die über das Plastik in den Meeren aufgeklärt hat.

Am faszinierendsten sind jedoch die vielen Mails von Freunden, die mich in den vergangenen Wochen erreicht haben. Und siehe da: Jeder macht schon irgendwas. Nicht immer bis in die letzte Konsequenz. Aber das Bewusstsein für die riesigen Plastikmüllberge, die in Deutschland nur zu 40 Prozent recycelt und sonst einfach verbrannt werden, scheint zu wachsen. Und das ist eigentlich das beste Gefühl von allen.

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